Hier erscheint ein Filmprogramm aus den 40-er, 50-er, 60-er und folgenden Jahren zum Anschauen und downloaden.
Auf dieser Seite erscheinen aus DDR-Zeiten Filme der DEFA und auch DEFA-synchronisierte Filme aus dem Ausland!
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Besucher meiner Webseite
an diese Filme!

Link zu diesem Film Wikipedia

Diesen Monat denII.Teil des historischen sowjetischen Farbfilm "Schiffe stürmen Bastionen", welcher schon einmal im Februar 2008 auf meiner Webseite war!

Erscheinungsjahr 1954

Hier geht es zu den Filmprogramm-Bildern ab 2014

+++ Neu ab Januar 2014 kann man sich die Bilder von diesen Filmprogrammen in voller Größe anschauen!++

Schiffe stürmen Bastionen Teil-2

Ein Farbfilm

+++Neu - Wenn vorhanden, erscheint ab März 2025 ein Filmplakat zum Film+++

Die zaristische Vergangenheit hat viele bedeutende und treue Söhne des russischen Volkes vergessen. Erst in der sowjetischen Gegenwart werden ihre Namen und Taten zu Ruhm und Ehre des ganzen Volkes an das Licht des Tages gebracht. Viele Kleinodien des menschlichen Geistes blieben verschüttet unter der Stupidität der Herrschenden und ihrer käuflichen Kreaturen, eingehüllt in die große Nacht und Finsternis, in die Russland jahrhundertelang getaucht war. Bis endlich das Volk selbst, in den Tagen, die die Welt erschütterten, die Macht an sich riß und jenes Licht, das nach dem schönen Worte Tolstois schon immer in der russischen Finsternis leuchtete, das weite Russland überstrahlte und für die Ausgebeuteten und Unterdrückten in aller Welt zur lebens-spendenden Sonne wurde.
Einer dieser totgeschwiegenen Männer war der Admiral Uschakow. Seine Genialität und seinen großen Charakter lernten wir bereits in dem sowjetischen Farbfilm "Segel im Sturm" kennen. In diesem Fedor Uschakow erkannten wir geradezu einen Vorläufer des sowjetischen Menschen der Gegenwart. Wir bewunderten seine Schöpferkraft, die sich, der Pest und allen Krämerseelen zum Trotz, in der Schaffung der Schwarzmeerflotte und der Begründung einer modernen Kampftaktik zur See überhaupt offenbarte. Aber wir begriffen auch seine große Achtung vor den Menschen. Sie erst gab uns den Schlüssel für alle Heldentaten seiner Matrosen und seiner Siege über die Türken.
Von weiteren heroischen Kämpfen Uschakows und seiner Matrosen kündet uns der neue sowjetische Farbfilm "Schiffe stürmen Bastionen" .
Jahre sind indes vergangen. Das Gesicht der Welt hat sich verändert. Der junge General Bonaparte hat seinen räuberischen Siegeszug angetreten und bedroht jetzt auch England, Russland und die Türkei. Um die von den Franzosen besetzte Insel Malta zu befreien, hat der neue russische Zar Paul I. die Schwarzmeerflotte nach dem Mittelmeer geschickt. Auf Wunsch der Türken, die gleichfalls ein Geschwader stellen, hat der von ihnen hochgeachtete Uschakow das Oberkommando übernommen.
Mit seiner Flotte im Mittelmeer angekommen, erkennt Uschakow sofort, dass es darauf ankommt, die stärksten Stützpunkte der Franzosen, die Ionischen Inseln, zu erobern. Sagt doch Napoleon selbst, dass sie der Schlüsselbund sind, um den Balkan zu öffnen. Der erste Angriff der russisch-türkischen Flotte gilt also nicht, wie es der englische Admiral Nelson will, der Zurückeroberung Neapels, sondern der Erstürmung der Insel-festung Korfu. Uschakow ist es gleichgültig, wenn er sich dadurch den Haß der Königin von Neapel zuzieht, ihm geht es nicht darum, einen Königsthron zu retten, sondern Napoleon zu schlagen.Aber Korfu gilt bei allen Militärfachleuten als uneinnehmbar. Es besteht aus fünf in Felsen eingehauene Zitadellen, die mit 630 Kanonen und schweren Mörsern bestückt sind. Die Meerseite wird durch die vollkommen uneinnehmbare Inselfestung Vido abgeschirmt. "Nur ein Wahnsinniger oder ein Genie kann es wagen, eine solche Festung zu stürmen!"
Das ist die Überzeugung Napoleons.
Nun, der russische Admiral Uschakow ist dieses Genie. Am 18. Februar (alten Stils) 1799 beginnt er mit 12 Schlachtschiffen und elf Fregatten den Sturm auf Korfu. Und wieder erweist er sich als genialer Feldherr zur See. Zum ersten Mal in der Seekriegsgeschichte lässt er Küstenbefestigungen vom Meer her angreifen und sturmreif machen. Er verwandelt seine Kriegsschiffe in schwimmende Batterien und zertrümmert alle Festungswerke im Schussbereich.
Erst dann werden Matrosen und Grenadiere an Land gesetzt, um auf Sturmleitern die inneren Forts der Festungsanlagen zu erobern. Das für unmöglich Gehaltene wird möglich: Schiffe stürmen Bastionen! Das Genie des Feldherrn und der Patriotismus der russischen Matrosen vollbringen das gigantische Werk. So, wie es die Matrosen geübt haben, "fliegen sie wie Adler auf die Felsen".
Aber Uschakow ist auch der Mensch, der mit den fortschrittlichen Ideen, die er vertritt, seiner Zeit vorauseilt. "Ich bin nicht gekommen, euch zu beherrschen", sagt er zu den befreiten Griechen, "ich will euch beschützen!"
Und anknüpfend an die Vergangenheit der Griechen, schenkt er ihnen eine republikanische Verfassung, die er selbst ausgearbeitet hat. Die Bedenken seines Kameraden Ssenjawin, der ihn vor den Folgen dieser Maßnahmen warnt, tut er mit den Worten ab: "Ach, Verleumdungen bin ich gewohnt! Wenn ich tot bin, werden sie mich zum letzten Mal verleumden und sagen: selbst im Sarg liegt der Schuft, wie es ihm passt!" Und so duldet er es auch nicht, dass der Bevölkerung ein Leid geschieht oder Gefangene misshandelt werden. Mit Stolz verkündet er es: "Dort wo die russische Flagge weht, gibt es keine Hinrichtungen unschuldiger Menschen!" Voll heiligem Zorn tritt Uschakow dem Admiral Nelson gegenüber, um ihn zu zwingen, das Gemetzel zu beenden, das die rachsüchtige Königin von Neapel unter der republikanischen Bevölkerung dieser Stadt angerichtet hat. Zerschmettert von Uschakows Wahrheiten, muß der Engländer schließlich gestehen: "Ich bin außerordentlich beeindruckt von Ihrem Genie und vom Edelmut Ihrer Gefühle!" So gelingt es dem Humanisten Uschakow, auch die Bastion dieses verhärteten Herzens zu erstürmen.
Nach der Einnahme von Rom ist Uschakows Mittelmeerfeldzug beendet. Aber in Petrograd, wo jetzt Alexander I. auf den Kaiserthron sitzt, erwarten ihn weder Dank noch Lorbeeren. Auf Vorschlag Mordowzews erhält er "mit Uniform und Gehalt" seinen Abschied.
Ergriffen und erhoben zugleich sehen wir diesen grandiosen Film. Wir erinnern uns dessen, was Potemkin zu Uschakow sagte: "Du bist ein guter Offizier, hast aber einen Fehler - du bist kein Mensch unserer Zeit!" Erst musste sich das russische Volk von seinen Ketten befreien, ehe d i e Z e i t d e r U s c h a k o w s kommen konnte.

Anektoden um Fjodorowitsch Uschakow

"Segel im Sturm" - Fjodorowitsch Uschakow besiegt als Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte die Türken: "Schiffe stürmen Bastionen" - der Besieger der Türken kämpft gegen den Eroberer Napoleon. Die beiden Filme haben Kapitel aus der Geschichte der russischen Marine vor uns abrollen lassen, die wir bislang ebensowenig kannten wie den Mann, dessen Namen für alle Zeiten mit ihnen verbunden bleiben wird. Dabei dürfte es manchem von uns ergangen sein wie dem sowjetischen Schriftsteller Konstantin Panstowski. Er schrieb in einer längeren Besprechung des ersten der beiden Filme: "Perewersew spielt Uschakow zurückhaltend, ja sogar ein wenig rau. Doch hinter dieser Rauheit spürt man fortwährend das heiße Herz des großen Flottenführers. Trotzdem möchte man Uschakow nicht nur als Flottenführer sehen, der stets gesammelt ist und unbeirrbar seiner hohen Mission nachgeht, sondern auch als einfachen Menschen im Alltagsleben, wo Uschakow bestimmt gelacht, gescherzt und gelitten hat und ein interessanter Gesprächspartner gewesen sein muß."
Wir wollen darum im folgenden einige kleine Anektoten erzählen, die uns geeignet erscheinen, die Filme nach dieser Seite hin ein wenig zu ergänzen.
Wo Uschakow zum ersten Mal in seinem Leben ein Segel sah
In dem kleinen Dorf Alexejewka, Gouvernement Tambow, geboren, wuchs
Fjodor Fjodorowitsch im nördlichen Teil des Oka - Tieflandes auf, in einer Landschaft, die, in ihrem Charakter von Wiesen und Wald bestimmt, fast ebenso weit von den Küsten der Ostsee und des Nördlichen Eismeeres entfernt liegt wie von denen des Schwarzen und des Kaspischen Meeres. Zwar fließt auch ein kleiner Fluß durch das Dorf und die Wiesen; aber er trägt selbst bei Hochwasser kaum ein Boot, geschweige denn Schiffe mit Segeln. Und doch war es hier, wo der spätere Flottenführer zum ersten Mal in seinem Leben ein Segel sah.
Eines Tages kam sein Großvater zu Besuch, und der Vater zeigte ihm Abbildungen der für die Städte des Gouvernements neu festgesetzten Wappen. Fjodor Fjodorowitsch kletterte auf den Schoß des Vaters und betrachtete aufmerksam die in grellen Farben gehaltenen Bilder: das Wappen von Tennikow (wo der Vater als Kollegien-Registrator tätig war), auf dem ein großer dichter Wald auf goldenem Grund abgebildet war; das Wappen von Lebedjan mit einem schwimmenden Schwan und das von Jelatma: es zeigte auf hellblauem Grund einen Mastbaum und - ein Segel mit goldenen Schoten.

Wie sich der junge Kommandant des "Heiligen Paul"
von seinen Matrosen belehren ließ


Nachdem dieser Knabe später dann die Seekadettenschule zu Petersburg absolviert hatte und im Dienst der Kaiserin Katharina II. schon zum Kommandanten eines Schlachtschiffes avanciert war, ankerte sein Schiff eines Sommertages im Hafen von Sewastopol. Die Matrosen gingen an Land und entdeckten richtige kleine Wälder von Korneelkirschen. Sie aßen sich nicht nur satt daran, sondern zogen auch noch ihre Hemden aus und pflückten von den Früchten darein, weil sie keine anderen Behälter finden konnten. Als der Kommandant sie, die nun nur noch ihre Segeltuchhosen anhatten, zurückkehren sah, geriet er in helle Wut und schrie: " Wozu habe ich euch an Land gelassen? Damit ihr euch den Magen vollschlagt?" Mit knapper Not konnten ihn die Offiziere von der Güte der gesammelten Beeren überzeugen. Dann setzten sie ihm einen bis zum Rand gefüllten Teller vor. Und da konnte er nicht widerstehen; er probierte eine Beere, noch eine, und schließlich kommandierte er schmunzelnd: "Alles essen!"

Wie sich der Kommandant vor seinen Mannschaften und Offiziere verneigte

Bald darauf führte er die selben Männer, die ihn zu den Korneelkirschen bekehrt hatten, in ihre erste Schlacht mit den Türken. Sie taten einmütig und freudig ihre Pflicht. An den Geschützen herrschte nicht die geringste Hast oder Aufregung. Die Bedienungen schossen mit beispielhafter Präzision; man glaubte, bei den Salven des Flaggschiffes nur den Donner einer einzigen Kanone zu hören. Die Luft wurde brennend heiß; die Kanonen glühten. Uschakow floß der Schweiß in Strömen vom Gesicht. Er riß die Perücke vom Kopf und trocknete sich damit ab wie an einem Handtuch.
Nachdem die Türken in die Flucht geschlagen waren, ließ Uschakow die Besatzung an Deck antreten. Er beglückwünschte sie zum siegreichen Bestehen der ersten großen Schlacht und sagte: "Euer Vertrauen zu mir war der Sieg. Das Vaterland wird euch nicht vergessen. Ich danke euch, Kameraden."
Und er verbeugte sich tief vor ihnen...
Wir haben diese Anektoten (die letzte zum Teil wörtlich). Dem Roman "Uschakow" von Georgi Schtorjn entnommen, wo alle, die noch mehr über unseren Helden erfahren möchten, sich weiter über ihn unterrichten können.

Regie: Michail Romm
Drehbuch: Alexander Stein; Musik: A. Chatschaturjan; Kamera: A. Schelenkow;, Tschen- Ju-Ian; Bauten: A. Parchomenko, L. Schengelija, A. Waisfeld; Regie: Michail Romm

Deutsche Bearbeitung:
VEB DEFA-Studio für Synchronisation / Ein Mosfilm im
Verleih der Progress Film-Vertrieb GmbH

++Neu: Wenn vorhanden ein für verstorben!! ++
Darsteller:
Deutsche Sprecher:

Uschakow

I.Perewersew

Harry Hindemith- Nationalpreisträger

Senjawin

0. Judin Herbert Köfer

Wassiljew

W. Drushnikow Günter Simon
Metaxa A. Alexejew Wilfried Ortmann
Belly W. Balaschow Uwe Döring
Piroschkow N. Pugowkin Hans Malkowski
Viktor G. Jumatow Günther Haack
Mordowzew M. Swobodin Albert Venohr
Pawel I P. Powlenko Kurt Mikulski
Alexander I M. Naswanow Werner Peters-Nationalpreisträger
Nelson I. Solowjew Wilhelm-Koch-Hooge
Foot W. Tumanow Wilhelm-Koch-Hooge
Lord Hamilton I. Toltschanow Hans Ulrich
Lady Hamilton E. Kusmina Inge Keller
König A. Woitzik Gisela Reissmann
Königin A. Woitzik Gisela Reissmann
Mischaru R. Geller Manfred Schäffer
Napoleon W. Lekarew. Hans-Peter Thielen