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Langsam
beginnen einzelne Stämme, sich mit dem römischen Joch vertraut zu
machen, das ihnen der
Stadthalter Sentius Saturnius nicht allzufest auferlegt. Da wird Saturnius
abgelöst. An seine Stelle
tritt der Statthalter von Syrien Quintilius Varus. Ein besonderer Ruf geht
diesem voraus: |
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"Als
Varus nach Syrien kam, war er arm und Syrien reich - als er ging, war
Varus reich und Syrien arm."
Bei Minden hat der neue Statthalter sein Lager aufgeschlagen, als Mittelpunkt
seiner Herrschaft. hier hält er Gericht. Römisches Recht führt
er ein, schwere
unerschwingliche Geldstrafen müssen sie zahlen, die freien Germanen, und
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Tribute. Da verwandelt sich heimlicher Groll in grenzenlosen Haß gegen
die
Blutsauger. Ein Bund entsteht zum Schutz der freien Scholle, zusammen-
geschmiedet von einem, der in glühender Liebe an seinem Vaterland hängt,
dem jungen Cheruskerfürsten Hermann.
Zu all den den germanischen Fürsten, die ihm zuverlässig erscheinen,
finden
seine Boten den Weg, sie aufzufordern zum Bündnis. Zu nächtlicher
Stunde
kommen sie und vereinen sich zur Niederwerfung ihrer Unterdrücker.
Hermann, in römischer Schule aufgewachsen, mit allen Künsten ihrer
Kriegs-
technik vertraut, wird zum Heerführer gewählt, zum Führer aller
verbündeten
Stämme. |
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Nicht
alle Germanen sind ihm Freund. Sein eigener Schwiegervater Segest haßt
ihn, weil er ihm einst die
Tochter entführt und zu seinem Weibe gemacht hat.
Nach altem germanischen Brauch holte Hermann einst in dunkler Nacht Thusnelda
aus dem Hause des
Vaters, da dieser seine Bewerbung immer und immer wieder abgewiesen hatte.
Gern war die Geliebte gefolgt, gehörte sie ihm doch mit der ganzen Treue
einer germanischen Frau.
Aber zwischen den Männern gibt es seitdem nur Feindschaft - Feindschaft,
die den Segest zum Verrat
treibt, zum Verrat am eigenen Vaterland.
In der weiten Ebene, wo die Weser aus dem bergischen Land heraustritt, befindet
sich im Jahre 9 n. Chr.
das Sommerlager des römischen Statthalters Quintilius Varus. Sklavinnen
und Sklaven sorgen für seine
Bequemlichkeit, hat er doch in Syrien alle Genüsse kennengelernt, die
nur die Phantasie des Morgen-
länders ersinnen kann und die er nicht mehr entbehren will.
Neue Steuern, den Germanen auferlegt, bringen ja die Mittel zum verschwenderischen
Leben. Mit tiefem
Ingrimm sehen die Germanen das Leben und Treiben des Römers.
Noch bleibt alles ruhig. Friedlich liegen die Höfe, jagen die Männer.
Nichts verrät den Römern den ge-
waltigen Brand im Inneren des Vulkans, auf dem sie tanzen. Nach wie vor gehen
germanische Fürsten
bei Varus aus und ein, heucheln Unterwürfigkeit und erhöhte Dienstbereitschaft,
besonders auch Her-
mann selbst, oder Arminius, wie die Römer ihn nennen. Als römischer
Ritter weilt er meist in der Um-
gebung des Statthalters, von diesem besonders bevorzugt. |
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